Sexlose Ehe – Was sie aus dir macht und wie du ein neues Leben schaffst

Sexlose Ehe - Was sie aus dir macht und wie du dir ein neues Leben schaffst

Grundsätzlich schließt eine Ehe Sex mit ein. Wenn eine Person Sex mit dem Partner möchte, aber eine sexlose Ehe führen muss, ist es für diese Person eine Qual, so zu leben. Eine sexlose Ehe ist ein Scheidungsgrund. Das ist kein Schandmal, es passiert den erfolgreichsten Menschen. Wirklich. Ich kenne ein paar davon. Es spricht nur nicht jeder darüber.

Es ist eine besondere Härte, wenn man mit seinem Ehepartner eine gemeinsame Firma hat und mit dem Geschäftspartner verheiratet ist. Die berufliche Anspannung wird ins Schlafzimmer übernommen und die Frustrationen im Sexleben werden in der Firma spürbar.

Manchmal kommen in diesen Ehen auch Kinder zur Welt, doch es bleibt bei einem oder maximal zwei Kindern. Der Grund für wenig oder gar keine Kinder: Fehlender Sex, „Sexverweigerung“. Und du dachtest, es wäre alles nur wegen der Pille?

Gut gedacht, leider falsch.

Es gibt in manchen Ehen nach einiger Zeit einfach keinen Sex mehr. Eine solche Ehe wird aus historischen Gründen auch „Josefsehe“ genannt, es ist eine sexlose Ehe. Weiter unten findet ihr die Erklärung zu dem Namen „Josefsehe“.

Das Ende der sexuellen Beziehung

Peter und Andrea sind einige Jahre zusammen, heiraten und alles schien normal. Dann bekommt sie Kinder und nach dem zweiten Kind verläuft der Sex im Sande. Das ist kein Einzelfall.

In vielen Fällen sind es die Frauen, die keinen Sex mehr haben wollen. Doch es gibt auch Fälle, in denen sich Männer vom Sex zurückziehen, ohne fremdzugehen. Es interessiert ihn einfach nicht mehr. Warum das so ist, wollen wir hier nicht erörtern.

Männer, die in so einer Ehe gefangen sind, aber Sex mit ihren Frauen wollen, fühlen sich manchmal als „Samenspender mit Verpflichtungen“. Sie haben Frau und Kinder, doch dürfen sie die Ehe nicht konsumieren. Kein Sex mehr. Sie sind nur noch da, um die Kinder und die Frau zu ernähren.

Scheidung kommt für einige Männer nicht in Frage

  1. Sie glauben an diese Beziehung. Sie sind sicher, dass sich das mit dem Sex normalisieren wird, wenn es keine Probleme mehr mit den Kindern gibt und sie groß sind.
  2. Väter wollen nicht, dass die Kinder ohne Papa aufwachsen und befürchten einen Scheidungskrieg.
  3. Sie sind die Ehe eingegangen, weil sie die Aussage „in guten und in schlechten Zeiten“ ernst nehmen. Scheidung ist nicht vorgesehen.

Das muss man sich mal vorstellen: Es gibt diese Männer in der heutigen Zeit. Sex mit vielen verschiedenen Frauen interessiert sie nicht. Das ist zwar nicht  modern, aber vorhanden. Und genau genommen, ist das auch gut so.

Wer legt schon gesteigerten Wert darauf, dass der Partner fremdgeht? Eben. Also ich nicht, du wahrscheinlich auch nicht. Es gibt Menschen, die den einmal gewählten Weg ungern aufgeben.

Der Punkt, an dem Sex beendet wird

In vielen sexlosen Ehen ist die Geburt der Kinder das Ende vom Sex. Sex wird in diesen Ehen von einem oder sogar von beiden Ehepartnern als Mittel zum Zweck angesehen. „Sex dient der Fortpflanzung“ ist das Motto und wenn es schon die gewünschte Anzahl von Kindern gibt oder erst gar keine Kinder gewünscht werden, wird der Sex eingestellt. Es passiert auch manchmal schleichend und ergibt sich aus den Umständen. Die Gründe sind sehr vielfältig. Jedes Pärchen hat wohl seine eigene Geschichte.

Nehmen wir mal an, es ist eine Frau, die in der Schwangerschaft Probleme hatte und der Sex aus gesundheitlichen Gründen für Mutter und Kind untersagt war. Die Geburt war schwer, die Heilung langsam und so gab es aus medizinischen Gründen ein Jahr lang keinen Sex.
Hat das Kind dann noch Kinderkrankheiten, schläft schlecht oder wenig und gibt es Probleme im Kleinkindalter, gibt es wieder keinen Sex und die sexlose Ehe dauert an.

Mangelnde Hygiene, Krankheit, Stress, Lieblosigkeit, Schichtarbeit, tägliche Routine, Langeweile etc. können Gründe dafür sein, dass sowohl Mann als auch Frau sich abkapseln.

Ein weiterer Punkt ist das Zurückziehen in eine virtuelle Welt, Computerspiele und auch andere Teile des Lebens. Das virtuelle Leben wird als intensiver als das tatsächliche Leben empfunden. In der virtuellen Welt sind die Hindernisse scheinbar leichter zu bewältigen als im tatsächlichen Leben. Es ist eine Art Flucht aus dem Alltag.

Sex in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist es zwar nicht notwendigerweise gefährlich, Sex zu haben, doch es kann zu Komplikationen führen. Viele Gynäkologen empfehlen jedenfalls, auf Sex in der Schwangerschaft zu verzichten. Negative Folgen für das Kind können vorkommen und wurden jedenfalls schon nachgewiesen. Nun gut. Das kann ein Grund sein, der veränderte Hormonhaushalt ist ein weiterer möglicher Grund.

In manchen Fällen kommt der Mann auch erst nach der Geburt des zweiten Kindes drauf, dass sie der Meinung ist, Sex ist nur zur Fortpflanzung da. Vor der Ehe oder vor der Geburt der Kinder wurde über das Thema nicht gesprochen oder es war ihr nicht einmal wirklich klar.

Was eine sexlose Ehe mit dem Partner macht, der Sex haben möchte

Sehen wir uns mal an, was es aus Peter macht, der keinen Sex mit Andrea haben darf, obwohl er sie wirklich liebt. Ein Ausbruch aus dieser Ehe ist für ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht denkbar. Dadurch, dass Peter monogam ist, also nicht an anderen Partnerinnen interessiert ist, bleibt er in dieser Beziehung über. Anfänglich hat er ja noch Verständnis. Trotzdem war eine sexlose Ehe nie auf seinem Wunschzettel.

Stell dir einfach mal vor, du wirst jedes Mal zurückgewiesen, wenn du Sex möchtest. Du hörst dauernd „Kopfweh“, „Schlafmangel“ oder auch „was willst denn jetzt schon wieder?“.

Diese dauernden Zurückweisungen häufen sich an und irgendwann gibt Peter auf. Der Körper und vor allem das Denken wird in eine Art sexlosen Zustand runtergefahren, weil es sinnlos ist, es zu versuchen. Das Ziel scheint täglich unerreichbarer. Wozu also noch probieren? Wozu? Man bekommt’s ja eh nicht. Erst ist es Wut, dann Trauer, dann Hoffnungslosigkeit und schließlich Apathie.

Sexlose Ehe – eine Fallstudie

Roman hat sich in Marianne verliebt. Alles ging recht schnell und sie wird schwanger. Aus verschiedenen Gründen entscheiden sich beide, während der Schwangerschaft enthaltsam zu bleiben. Er versteht und trägt diese Entscheidung mit, hält sich zurück und so freuen sie sich auf das gemeinsame Kind.

Marianne hat mittlerweile erkannt, dass sie doch keine Beziehung mit Roman haben möchte, und er schläft nun auf der Couch. Das Schlafzimmer darf er nachts schon lange nicht mehr betreten. Für seine Tochter sorgt er jedoch wirklich gut und verantwortlich.

Drei Jahre ist er nun schon auf der Couch, und während er sich noch immer als ihr Lebensgefährte betrachtet, tut sie das schon länger nicht mehr. Er ist halt da, damit die Tochter einen Vater hat. Die gemeinsame Wohnung hat natürlich auch finanzielle Vorteile.

Kein Sex – der Rettungsversuch

Jetzt stell dir mal vor, du bist dieser Roman. Du willst Sex mit deiner Lebensgefährtin haben. Immer noch liebst du sie. Sie ist die Mutter deines Kindes. Du willst die Beziehung führen und schreibst ihr Verhalten den Hormonen oder diesem und jenem zu. „Es wird schon“, denkst du dir.

Doch nix wird und die Zeit vergeht.

Du versuchst es mit Rosen, romantischem Bad, Duftkerzen und Überraschungen. Dann planst du einen romantischen Abend in einem Restaurant und organisierst einen Babysitter. Doch als der Babysitter erscheint, erleidet Marianne fast einen Nervenzusammenbruch, weil sie als Mutter, so findet sie, doch ihr Baby nicht alleine lassen kann. Auch nicht, wenn es bereits schläft.

Es entsteht ein unheimlich großer Streit. Das Baby bekommt die schiefe Stimmung mit und beginnt zu weinen.

Das ist wirklich kein sexy Abend mehr. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt und auch nicht geplant.

Noch immer kein Sex

Die Vorwürfe von Marianne, die sie über die Jahre immer wieder wiederholt und Roman regelmäßig an den Kopf wirft, haben irgendwann mal Folgen. Eines Tages trifft sie seinen kleinen wunden Punkt, der zwar fürchterlich überzogen ist, doch sie trifft ihn damit. Er fühlt sich schlecht, muss ihr Recht geben, egal wie klein der Grund auch sein mag.

Er wirbt um sie, doch sie weist ihn zurück. Langsam aber sicher zieht er sich zurück.

Wenn man immer und immer wieder zurückgewiesen wird, geben die meisten Menschen auf. Das Ziel Sex scheint unerreichbar zu sein.

Scheidung oder Trennung

Und schließlich kommt es zur Trennung oder zur Scheidung. Es kann schon sein, dass Marianne, die keinen Sex haben möchte, auf diese Entscheidung drängt.

Der Partner, der immer zurückgewiesen wurde, erhält nun die ultimative Zurückweisung: Scheidung oder Trennung. Das ist für viele ein Schock, auch wenn es für Außenstehende manchmal nur eine Frage der Zeit war.

Die Zeit danach – es besteht Aufholbedarf

Nun ist unser besagter Roman also wieder Single. Die Scheidung hat er lange hinausgezögert, teilweise wegen der Kinder, teilweise weil er einfach kein Scheidungstyp ist. Zwei oder drei Jahre erholt er sich vom Schock der Trennung und denkt nicht mal an eine neue Beziehung.

Dann „wacht er auf“ und beginnt sich wieder umzusehen. Die Sehnsucht ist groß, die Männlichkeit durfte ja jahrelang gar nicht mehr gelebt werden. Und so seltsam es auch klingen mag, er hat’s verlernt. Er hat nicht den Akt verlernt, aber die Romantik, das Benehmen, die Komplimente. Er kann es nicht – das wurde ja jahrelang abgewertet, belächelt und zurückgewiesen.

In den letzten Jahren durfte die Sexualität nicht gelebt werden. Roman durfte sie nicht zeigen und hielt sich zurück. Meist sind es die besten Jahre der Männlichkeit (oder der Weiblichkeit bei Frauen).

Eintritt ins normale Leben

Nach einigen Jahren entschließt sich Roman, das Parkett des Liebeslebens wieder zu betreten. Er packt den Stier bei den Hörnern und wählt die Methode, die er aus seiner Teenagerzeit kennt: Tanzschule. Dabei sucht er sich ein Institut aus, das sich auf Singlekurse spezialisiert hat.

Da er so lange keine Frau mehr umarmt hat, hat er fast Angst vor der ersten Tanzstunde. Doch es geht dann eigentlich recht gut. Roman lernt Frauen wieder in den Arm zu nehmen und zu halten. Er hat Bedenken, dass die sexlose Ehe größere Nachwirkungen hat.

Der nächste Schritt ist eine Partnerbörse. Auch da ist er unsicher und geht den Weg eines Profis. Von seinem Berufsleben ist er das gewöhnt: Es gibt Coaches, die beim Aussuchen des richtigen Personals helfen, und es gibt auch Coaches, die beim Erstellen des Profils helfen und das richtige Verwenden einer Partnerbörse erklären.

Er erstellt sein Profil, findet heraus, was bei der Partnersuche zu beachten ist, und wird zum gelehrigen Schüler. Er folgt den Hilfestellungen von erfahrenen Partnervermittlern und findet die Frau, die zur Liebe seines Lebens wird.

Nicht nachlassen, nicht aufgeben. Der ideale Partner ist da draußen. Sicher.

Josefsehe – geschichtlicher Hintergrund

Josef, der Sohn und Thronfolger von Kaiserin Maria Theresia von Österreich, liebte seine erste Frau sehr. Leider starb sie sehr jung. Da die Thronfolge im Hause Habsburg eines der wichtigsten und zentralsten Themen war, drängte Kaiserin Maria Theresia ihren Sohn zu einer zweiten Ehe. Josef versuchte sich zu wehren. Er wollte keine zweite Ehe eingehen, doch schließlich beugte er sich und folgte seiner Pflicht.

Josef war von seiner zweiten Ehefrau absolut nicht begeistert. Er vollzog die Ehe nicht; nicht ein einziges Mal; er zog die sexlose Ehe dem Vollzug vor. Um das klar und deutlich zu machen, auch nach außen hin, ließ er die Zugangstür von seinen zu ihren Schlafzimmern dauerhaft verschließen. Den verbleibenden Zugang über den Balkon ließ er durch eine Mauer verbauen. Seither nennt man eine Ehe ohne Sex „Josefsehe“. Interessanterweise wird traditionell eine Ehe nur dann annulliert (also aufgelöst), wenn sie nicht vollzogen wurde. Dass im Hause Habsburg diese Ehe nicht annulliert wurde, hatte wohl ausschließlich politische Gründe.

Den richtigen Partner finden

Wenn du mit diesem neuen Partner alt werden möchtest, geh die Partnersuche diesmal richtig an. Vermeide die Fehler der Vergangenheit, indem du dich auf das konzentrierst, was du haben und leben möchtest. Wahrscheinlich kann ich dir mit einem Orientierungs-Gespräch helfen.
Mehr über Fehler beim Verlieben und wie du sie vermeidest findest du in dem E-Book „7 Fehler beim Verlieben“, das du ohne zusätzliche Software auf deinem Computer lesen kannst: www.wahreliebe.jetzt

Was dich noch interessieren könnte

Was ist Liebe? – Teil 1 

Zeig deine Größe – lass sie erstrahlen

Was Zahnschmerzen mit dem richtigen Partner zu tun haben

 

2 thoughts on “Sexlose Ehe – Was sie aus dir macht und wie du ein neues Leben schaffst”

  1. Was mich wütend macht und wahrscheinlich eine große Gruppe komplett ignoriert ist, dass nur der Mann hier als Opfer vorkommt. Ehrlich gesagt: als Mann ist man in der Situation in bester Gesellschaft. Als Frau ist die Situation vermutlich noch demütigender-Männer wollen doch immer, oder? Warum dich nicht?- und es ist peinlich darüber zu sprechen. Dass hier -von einer Frau!- nur die männliche Seite des Problems veleuchtet wird, ist traurig. Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis nach. Vielleicht haben Sie da auch ein pasr Frauen, denen es so geht.

    1. Liebe Su,

      vielen lieben Dank für dieses ehrlich gefühlte Feedback. ES STIMMT!

      Du hast vollkommen Recht: Es gibt auch sehr viele Frauen, die in einer sexlosen Ehe stecken und nicht wissen warum. Sie probieren sexy Unterwäsche, nehmen ab, machen dies und das, doch Sex gibt es keinen mehr. Das Resultat ist, dass sie sich zurückgewiesen vorkommen und sich nicht mehr als Frau fühlen. Dies ist natürlich auch für Frauen ein Scheidungsgrund.

      Im Blog findest du diese Textstelle: „In vielen Fällen sind es die Frauen, die keinen Sex mehr haben wollen. Doch es gibt auch Fälle, in denen sich Männer vom Sex zurückziehen, ohne fremdzugehen. Es interessiert ihn einfach nicht mehr. Warum das so ist, wollen wir hier nicht erörtern.“

      Es kommt häufiger vor, dass ein Mann ungewollt in einer sexlosen Beziehung steckt. Das bedeutet allerdings nicht, dass es umgekehrt überhaupt nicht vorkommt! Ganz im Gegenteil.
      Und: Nein, nicht alle Männer „wollen nur Sex“. Das ist ein Klischee, das entspricht nicht den Tatsachen.

      Es wird in den nächsten Wochen ein Artikel über den anderen Gesichtspunkt kommen. Diese Artikel werden aufeinander verweisen. Sobald er erscheint, werden beide Artikel aufeinander verlinken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.