15 Lehren aus der Beziehung mit dem Narzissten

15 Lehren aus der Beziehung mit einem Narzissten
15 Lehren aus der Beziehung mit einem Narzissten

Wir schreiben Ende Jänner 2005. Der Raum, in dem ich mich in den Schlaf weine, ist in einem hellen Flieder ausgemalt.

2001 habe ich diesen Raum, der zuvor vollkommen schwarz ausgemalt war, in ein nettes Flieder getaucht. So mochte ich diesen nach Osten offenen Raum. Sonnig und freundlich mit netten Vorhängen lag er im Erdgeschoß des einstöckigen Hauses, das ich dreieinhalb Jahre mit meinem Verlobten bewohnt hatte.

Verlobten? Ja, er hatte im April 2001 in Wien tatsächlich um meine Hand angehalten. Er hat auch tatsächlich einen Ring gekauft, so amerikanisch wie er ist. Praktisch für ihn war, dass ich Perlen lieber mag als große Diamanten. Somit konnte er es vor sich selbst und der Welt, in der er lebte, erklären, dass wir „nie wirklich verlobt waren“. Eines der vielen Dinge, die er so darstellte, wie es ihm besser passte.

Ein Verlobungsring in den USA ist grundsätzlich ein großer Diamant. Ich hatte auf meinem Ring ja nur eine große Perle umringt von winzigen Diamanten, somit war dieser Ring nicht leicht als Verlobungsring erkennbar.
„Bilde ich mir alles nur ein?“, heulend lag ich im Dunkel der Nacht. Selbstzweifel, Überlegungen, welche Fehler ich wohl gemacht haben könnte, die diese Beziehung zu Ende gehen ließen, gingen mir durch den Kopf.

War ich wirklich so unbeliebt und unfähig? War ich wirklich so peinlich und eine Zumutung für die Menschen, die mit mir zu tun haben mussten? Peter hielt mir das alles regelmäßig vor: „Niemand in meiner Familie mag dich!“ Da er einige Geschwister hatte und die auch alle verheiratet waren, war diese Aussage schon beachtlich.

Die Entscheidung gegen den Narzissten

Am Morgen des 10. Jänner 2005 hatte es mir gereicht. Ich machte Schluss. Ich beendete die Beziehung. Kumulierte Demütigungen erreichten ein nicht mehr tolerierbares Niveau.

Etwa 20 Minuten später rief Peters Steuerberaterin an. Sie war eine gemeinsame Freundin und hielt viel auf mich, da ich als professionelle Buchhalterin seine Buchhaltung mehrerer Jahre wieder in Ordnung gebracht hatte. Sie rief an, um etwas wegen seiner Steuererklärung zu besprechen. Doch schnell übermittelte ich ihr die Neuigkeiten: „Ähm, ich habe mich soeben von Peter getrennt.“
Ruhe in der Leitung. Es waren sicher nur wenige Sekunden, doch es fühlte sich an wie eine Ewigkeit.

„Wenn du umziehen musst, kannst du bei mir einziehen“, sagte sie mit Bestimmtheit. Sie hatte ein freies Zimmer in ihrem Haus, das ich bewohnen konnte. Ich war ihr unendlich dankbar, auch wenn ich noch nicht bereit war auszuziehen.
Ich wusste, ich würde nicht als Verliererin mit eingezogenem Schwanz aus diesem Haus von Peter hinausziehen können. Ich war es mir schuldig, meine Würde zu behalten. Und ich wusste, ich würde es schaffen.

Ende Jänner 2005. Verzweifelt lag ich im Bett, heulte und rief Freunde an, die nicht ans Telefon gingen, weil sie weit weg in einer andern Zeitzone entweder selbst schliefen oder mitten in der Arbeit waren. Ich fühlte mich vollkommen allein. Ich wollte die Beziehung doch noch irgendwie retten.
Ich wollte – was eigentlich?
Ich wollte leben.
Ich wollte überleben.

Und so erkannte ich etwas sehr Grundlegendes: Ich muss mir selbst helfen.
Ich muss mich an meinen eigenen Stiefeln aus dem Sumpf ziehen, der mich immer weiter zu verschlingen droht. Denn nur ich kannte die Einzelteile, nur ich sah, wer er wirklich war.

Kennst du den Film „Gaslicht“?

Hier ist der Link dazu: Gaslicht (1960)
Hast du Zweifel an deiner Situation? Schau dir den Film an.

Meine Sicht war getrübt und mein Denken verwirrt, doch das Eine, das wusste ich: Ich brauchte glasklare Sicht, um meine Zukunft zu erreichen und zu überleben, um wieder glücklich sein zu können.

Und so schwor ich mir in diesem Moment, in diesem dunklen Moment in meinem Schmerz nicht als unterlegene Verliererin mit eingezogenem Schwanz oder gebrochenem Rückgrat wegzugehen. Ich schwor mir, all diese negative Energie zu nehmen, sie zu bündeln, sie ins Positive umzupolen, sie zu nützen und aus der Situation zu gewinnen.

Ich hatte in diesem Moment absolut keine Ahnung wie ich das schaffen würde, keine Ahnung was ich tun könnte!

Aber das war egal. Irgendwer sagte mal, „wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Zitronenlimonade“. Genau das würde ich tun.

Ich würde diese negative Energie in etwas Positives verwandeln. Es war Energie. Ich würde sie nützen.

In den Wochen danach tat ich einen Schritt nach dem anderen. Ich hatte keinen detaillierten Plan, doch ich hatte ein Ziel. Wenn etwas nicht zu diesem Ziel beitrug, ließ ich es bleiben. Menschen, die mich unterstützten, dankte ich tief. Menschen, die dachten, ich wäre verrückt, mied ich. Ich redete einfach nicht mehr mit ihnen.

Tony, der Chiropraktiker

In diesen Tagen war ich wieder einmal beim Chiropraktiker. Mein Rücken macht aufgrund einer leichten Skoliose immer wieder Probleme und meine Knie brauchen gezieltes Training. Tony, der Chiropraktiker, ein unheimlich attraktiver und sehr netter Familienvater, betreute mich schon seit meiner Ankunft in den USA hervorragend. Peter führte mich 2001 erstmalig zu diesem Chiropraktiker, den er schon seit Jahren aufsuchte.

Peter war sehr stolz, mir etwas zu zeigen, was ich vorher noch nicht kannte. Als Österreicherin war ich nicht an Chiropraktiker gewöhnt, doch bald merkte ich, wie sehr mir Tony helfen konnte. Ich ging gerne zu ihm.

Er hatte ein kleines Fitness-Studio an seine Praxis angeschlossen, um seine Patienten gezielt beim Muskelaufbau betreuen zu können. Dort trainierte ich manchmal.

Eines Morgens war ich wieder bei ihm. Jede Behandlung mit Fitness kostete damals $ 50. Sehr viel Geld, wenn man nichts hat. Doch die Schmerzen waren da, ich ging hin und trainierte.

Ich hatte gerade die Beziehung zu Peter beendet, hatte keine Idee, wie ich den Flug nach Wien bezahlen sollte und auch keine Idee, wie mein Leben nun weitergehen würde. Ich war kraftlos, hoffnungslos, denn alle Erwartungen waren zerronnen. Ich fühlte mich leer und als komplette Versagerin.

Ich sank gedankenverloren hinter einem Fitnessgerät in mich zusammen. Ich weinte nicht. Ich war in einem Loch. Durch die Unwirklichkeit der Katastrophe, in der ich mich befand, war ich in einer Introvertiertheit gefangen. Ich empfand eine kraftlose Leere.

Tony kam um die Ecke, denn er hatte mich durch ein Fenster von seinem Büro aus neben dem Gerät zusammengekauert gesehen. Im Rücken hatte ich die Wand und vor mir das Fitnessgerät. Besorgt kam er, hockte sich vor mich hin und fragte: „Ist alles ok bei dir?“

Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch.

Ich antwortete nicht. Ich konnte nicht.

In diesem Moment wurde mir meine Verzweiflung klar: Ich hatte nichts. Ich hatte kein eigenes Bankkonto in meinem Namen, ich war immer noch völlig von Peter abhängig. Völlig. Peter wusste es und er genoss es. Ich konnte ohne Greencard nirgendwo Arbeit finden.

Fern der Heimat in einem fremden Land, kein eigenes Geld, völlig der Person ausgeliefert, die mich fertig macht, die mir sagt, dass ich wertlos sei, die mir sagt, dass ich froh sein soll, wenn er mich überhaupt noch anschaut, jemand anderer würde das sowieso nicht mehr tun, denn ich sei ja in Wahrheit abstoßend. Man würde nur aus Höflichkeit und aus Mitleid mit mir reden.

Tonys Frage rüttelte den Stoppel der Tränen in diesem nachdenklichen Moment aus der Verankerung: Ich brach in unkontrolliertes Schluchzen aus. „Ich habe nichts!“, stieß ich hervor.

Tony war etwas überrascht und wirklich besorgt. Er hockte vor mir und sah mich an und ich wusste, er verstand mich. Peter tat das nie. Tony war mitfühlend und wollte helfen, das war sehr deutlich zu spüren.

„I have nothing“, sagte ich. Ich hatte kein Geld. Ich hatte kein Arbeitsvisum. Ich konnte keinen anderen „Arbeitgeber“ finden.

Während ich zwar legal im Land war, hatte ich keine Arbeitserlaubnis. Ich konnte mir keinen neuen Job suchen, denn bisher hatte ich ohne Bezahlung Arbeiten für Peters Firma gemacht. Erst Buchhaltung und in den Wochen vor unserer Trennung auch etwas Marketing.

Es war ursprünglich geplant gewesen, spätestens 2002 zu heiraten, doch die geänderten Visumsvorschriften, die aufgrund von 9/11 schon bald eingeführt wurden, und anderer Komplikationen waren wir immer noch nicht verheiratet.

Ich hatte nichts.

Oh, ich hatte etwas: Ich hatte drei Koffer, drei volle Koffer und wohl noch etwas mehr. Meine Kleidung samt Büchern hätte einen vierten Koffer füllen können. Doch das war’s dann.

Tony legte verständnisvoll die Hand auf meine Schulter. Und dann sagte er etwas, was ich nie vergessen werde: „Ich verstehe dich. Du bist nicht die erste, der das mit ihm passiert. Jede andere seiner Frauen war am Ende der Beziehung mit ihm in einem ähnlichen Zustand. Du hast es lange mit ihm ausgehalten.“

Ich heulte hemmungslos und war gleichzeitig schwer geschockt. Ich konnte nicht glauben, dass MIR so etwas passiert war!

Nichts auf der Welt hätte mich in diesem Moment mehr aufrütteln können. Was Tony in diesem Moment sagte, war lebensverändernd: Es lag nicht an mir. Es lag an Peter.

Mit einem Schlag realisierte ich, dass jede, wirklich JEDE seiner Beziehungen nach ein bis vier Jahren in einem Nervenzusammenbruch der Frau oder mindestens einem riesigen Krach endeten. Ein Loch in der Wohnzimmerwand des Hauses wie auch ein zerkratzter Badezimmerspiegel waren deutliche Spuren der Tragödien.

Ich hatte Peter irgendwann einmal über das Ende der Beziehungen befragt und auch angesprochen, dass er so ein Pech mit den Frauen hatte. Ich wusste, dass ich anders war, ich war noch nie „ausgezuckt“.

Er grinste überlegen und sagte, „na ja, ich bin halt so ein Kerl, der diese verrückten Frauen alle anzieht!“ Stolz blitzte aus seinen Augen. In meinem Kopf waren nur Fragezeichen. Ich sagte nichts.

Diese kurze Unterhaltung mit Tony hat mein Leben verändert.
Als ich an dem Tag bei der Sprechstundenhilfe $ 50 bezahlen wollte, sagte sie mir, dass heute nichts zu zahlen wäre.

Und wieder brach ich in Tränen aus. Ein Fremder half mir in einem fremden Land! Diese Geste des Verständnisses und der Hilfe war eines der wichtigsten Ereignisse im Prozess, mich von Peter zu trennen. Ich werde das sicher nie vergessen.

Der Beginn meiner Marketingkarriere

Erfolgreich trotz Narzisst - Zahlen sprechen für sich
Erfolgreich trotz Narzisst - Zahlen sprechen für sich

Bald darauf zog ich aus seinem Haus aus, blieb aber im Land. Ich hatte im Dezember begonnen, mehr zufällig als beabsichtigt im Marketing und Verkauf seiner Firma zu helfen und ich konnte neue Klienten gewinnen. Das bewahrte ihn vor dem sicheren finanziellen Ruin, denn 15 Monate lang war sein Umsatz bereits steil abgefallen. Meine Marketingaktivitäten hatten ihn davor gerettet, noch weiter abzusacken.

Als er sah, dass der Umsatz anstieg, konnte er mich zu diesem Zeitpunkt nicht gehen lassen und bot mir eine legale Anstellung in Österreich via Teleworking an. Ich akzeptierte. Ich war schon ausgezogen, arbeitete aber für ihn und Ende Juni war der Quartalsumsatz höher als der höchste Punkt vor dem Abstieg davor.

Sein Kommentar? „Wenn DU das kannst, muss es leicht sein.“ Sprach‘s und ersetzte mich im September mit einer Schulabgängerin.

Seine Webseite hat seit 2005 fast denselben Text, die Rechtschreibfehler sind immer noch dieselben. Er schuldet mir weiterhin Geld aus Provisionen...

Deshalb konnte ich den Narzissten nicht loslassen

Wie Millionen andere Frauen und Männer konnte ich die Beziehung mit einem Narzissten einfach nicht verlassen.

Ich kannte seine Finanzen gut genug, um zu wissen, dass er ohne mein Marketing finanziell nicht überleben würde, denn er hatte bereits im letzten Jahr sehr wichtige Klienten verloren. Seine lockere Hand mit Geld hatte ihn schon zuvor in viele Probleme gebracht.

Ich fühlte mich verantwortlich, so als ob ich einen Blinden nicht führungslos gegen die Wand laufen lassen konnte. Andererseits war ich machtlos, weil er sich ja auch nicht helfen lassen wollte.

Ein Jahr nach meiner Ankunft in Wien schrieb er mir ein E-Mail, damit ich meine letzten Sachen aus seinem Haus abholen sollte, denn sonst würde er sie im Rahmen seiner Hochzeit vernichten.

Während er mir zeigen wollte, dass er die andere heiratete, mich aber nicht (die Ehe hielt übrigens nur ein Jahr und angeblich schuldet er ihr bis heute noch wesentlich mehr als mir), war das der Punkt der großen Erleichterung: Ich fühlte mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr für ihn verantwortlich!

Er war nicht mehr mein Problem! Ich musste ihn nicht mehr retten! Ich musste ihn nicht mehr vor ihm selbst schützen! Diese Aufgabe musste nun „sie“ erfüllen.

Game over.

Meine „Rache“: Erfolg, Glück und Zufriedenheit

2006, mittlerweile wieder in Wien, begann ich, Seminare zum Thema Liebe zu geben, die mich in 9 Länder führten. Mittlerweilen sind fast 900 Personen in meinen Seminaren gesessen, manche sogar mehrfach, weil sie es so toll fanden. Als Partnervermittlerin habe ich mehrere Ehen gestiftet, andere gerettet und eher unbeabsichtigt einige Scheidungen herbeigeführt.

Seit 2013 habe ich den besten Mann an meiner Seite, den ich mir wünschen kann. Er ist alles, was Peter nie war.

Ich arbeite als Partnervermittlerin und Ghostwriterin. Ich habe alles erreicht, was mir Peter vorhersagte, nie erreichen zu können.

Meinen heutigen Mann habe ich gefunden, indem ich mich 100%ig an das gehalten habe, was ich „meinen“ Singles immer rate: Es sind dies die Schritte des Wahre-Liebe-Jetzt-Systems.

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Die 15 Lehren aus der Beziehung mit dem Narzissten

  1. Es kann jedem passieren. Auch Könige haben Läuse.
  2. Schau hin! Frag nach!
    Verliebe dich in den tatsächlichen Menschen, nicht in deine Vorstellung und Hoffnung von dem, was er darstellt.
  3. Prüfe, warum die letzten Beziehungen deines neuen Partners auseinandergingen.
  4. Narzissten halten tief im Innersten nicht viel von sich selbst.
    Sie leiden an der eigenen gefühlten Unfähigkeit, doch wollen sie nicht, dass es ihnen am schlechtesten geht. Erst wenn es dir schlechter geht als ihnen, sind sie zufrieden: Sie sind nicht am Ende der Kette, sie sind nicht das Letzte. Du bist es.
  5. Narzissten werden die Schwachstelle in dir finden, die Stellen, über die du dir bewusst bist, und sie werden diese ausweiten.
    Sie finden den Haarriss in dem Fels in der Brandung, füllen Wasser ein, setzen den Fels Hitze und Kälte aus und wenn der Fels zerspringt, sagen sie: „Siehst du!!!“
    Sie erfreuen sich diebisch an den zerbrochenen Teilen und sehen diese als den Beweis für deine Unterlegenheit.
  6. Narzissten fühlen sich nie schuldig an etwas Negativem, was ihnen passiert. Es waren schließlich „immer die anderen“. Wenn der Narzisst einen Fehler macht, liegt das jedoch nie an ihm. Es ging schief, weil er „falsch informiert“ worden war oder weil „ihn jemand ausbootete“.
  7. Ihre Ratschläge sind zeitgleich Zurechtweisungen deiner vergangenen Handlungen. Regeln, an die du dich zu halten hast, werden im Nachhinein aufgestellt. Sie wissen alles selbst am besten, vor allem nachdem etwas passiert ist.
  8. Deine Fehltritte gegenüber dem Narzissten sind "so schlimm", dass sie dir immer wieder vorgehalten werden müssen.
  9. In 17 Jahren Partnervermittlung und aus meinem eigenen Leben ist mir aufgefallen, dass Narzissten gerne mittels Nahrung und Sex die Person und die Beziehung unter ihrer Kontrolle halten. Ihre Sicht der Dinge, Geschmacksrichtungen und Vorlieben sind die einzig wahren. Nur sie müssen erfüllt werden. Deine Vorlieben werden maximal geduldet, wenn man sich darüber lustig machen kann.
  10. Häufig sind Narzissten untreu.
  11. Du bist ein Schmuckstück, Wert- oder Ziergegenstand oder hast den Wert gleich dem eines Hundes oder eines Luxushobbys. Man kann damit vor anderen angeben, denn was andere denken ist wesentlich wichtiger als deine Gefühle oder dein Wohlbefinden. Du bist wie eine Belustigung ohne eigentlichen Wert, die gehorchen muss. Wirklichen Wert hast du in der Gedankenwelt des Narzissten nicht.
  12. Meine Erfahrung aus 17 Jahren Partnervermittlung und Seminaren: Narzissten haben kein Interesse daran, sich zu verändern oder zu bessern.
    Wozu auch? Sie selbst sind davon überzeugt, keine Hilfe zu brauchen.
    Dir allerdings, empfehlen sie dringend Hilfe aufzusuchen, denn du würdest diese ja "wirklich dringend" brauchen.
    Es ist immer dasselbe Muster.
    Mit anderen Worten: Nicht die Narzissten finden sich in Therapie oder in Irrenanstalten. Dort findest du deren Opfer.
  13. Sie erzählen anderen und auch dir sehr glaubhafte Lügen, Falschdarstellungen und Übertreibungen über dich. Ein Körnchen Wahrheit ist wohl dabei, doch die Grundaussage weicht von den Tatsachen grob ab. Deine Sicht der Dinge wird ausgelacht, verzerrt und ins Lächerliche gezogen.
  14. Es gibt weibliche und männliche Narzissten.
    Narzissmus ist nicht an Geschlecht, IQ, Religion, Einkommen, Beruf oder an Status gebunden.
  15. Narzissten wollen in jedem Fall die Kontrolle über dich und deine Kinder haben. Im Scheidungsfall werden sie alles in die Wege leiten, um Alimente und Unterhalt nicht zu zahlen oder nicht zahlen zu können, indem sie den Job wechseln oder absichtlich arbeitslos werden. Sie werden Verleumdungen platzieren und lieber Rechtsanwälte bezahlen als Verpflichtungen gegenüber dir oder den Kindern erfüllen.
    Mir ist sogar ein Fall bekannt, in dem ein Vater seinen minderjährigen Sohn geklagt hat, damit keine Alimente bezahlt werden müssen. Der Richter hat den Fall abgewiesen. Gott sei Dank.

 

Es ließ sich beobachten, dass Menschen, die mit einem narzisstischen Elternteil oder Familienmitglied aufwuchsen, so sehr an diese Behandlung gewöhnt sind, dass es ihnen beim Partner erst gar nicht auffällt. Doch auch hier kann das Muster geändert und der ideale Partner gefunden werden.

 

Mein Rat an meine beste Freundin, an meinen besten Freund

Liebe Freundin, lieber Freund!
Als Frau, die es aus dieser schädlichen Beziehung geschafft hat, und als jemand, die Dutzende im Zuge der Partnervermittlung interviewt hat, die aus ebensolchen Situationen entflohen sind: Brich die Verbindung ab, beginne ein neues Leben.

Es kann nur besser werden.

Es wird besser werden.

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Was sind deine Erfahrungen mit einem Narzissten in der Beziehung? Hinterlasse einen Kommentar.

 

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3 thoughts on “15 Lehren aus der Beziehung mit dem Narzissten”

  1. Wow, mir fällt es wie Schuppen von den Augen! Hab in einer vorigen Beziehung viele von den Punkten erfahren, die du hier aufzählst. Ich wusste nur, dass es mir nicht gut tut, war aber immer in der Opferrolle und selbst nachdem er die Beziehung beendet hat, wollte ich an dem Schlechten festhalten „denn es steckt ja etwas Gutes in ihm.“ – Jetzt, nach einigen Jahren und bei den Dingen die man von seiner aktuellen Beziehung mitbekommt, erkenne ich, er ist genau das: ein Narzisst. Und zwar ein Paradebeispiel! Glücklicherweise hab ich das schon lang hinter mir gelassen, aber ich hab auch genug gelitten. 🙂 Toller Beitrag! Grüße aus Graz 🙂

    1. Vielen Dank für dein Kommentar! Stimmt. In jedem Menschen steckt etwas Gutes. Manchmal überwiegt leider das Negative.
      Ich freu mich für dich, dass du diese Beziehung verlassen konntest.
      Liebe Grüße,
      Gaby Strasky

  2. Liebe Gaby!

    Deine Charakteristik ist hervorragend.

    Wie Du weißt, war ich 17 Jahre mit einem Narzissten verheiratet.

    Er hat unseren gemeinsamen Sohn fast in den Selbstmord getrieben, ihn geschlagen und gedemütigt. Jahrelang war dieser deswegen noch gesundheitlich und psychisch angeschlagen.

    Unsere Tochter hat mit Panikattacken auf die beobachteten Gewaltszenen reagiert, woraufhin er sie als „hirnkrankes, feiges, nutzloses Vieh“ und „Schande für die Familie“ beschimpft hat.

    Schuld an allem waren immer nur die anderen:
    • Der Sohn, der als Folge der väterlichen Behandlung vom Vorzugsschüler zum Absteiger mutierte, und
    • die Tochter, die er als dumm und feig hinstellte.

    In Wahrheit hat er allein diese Entwicklung verursacht.

    Aber weder die schuldige Scheidung erster noch jene zweiter Instanz hat Einsicht bewirkt: Letztlich waren all seine Verfehlungen lächerliche Bagatellen, aufgebauscht von einer bösartigen Frau, die sich nur an ihrem finanziellen Vorteil orientierte und ihm die Kinder entfremden wollte.
    In Wahrheit war die Scheidung für mich materiell ein riesiger Nachteil.

    Darum möchte ich hervorheben:
    Selbstreflektierte, lösungsorientierte Menschen fallen auf Narzissten herein, WEIL SIE SICH NICHT VORSTELLEN KÖNNEN, DASS JEMAND ANDERE MENSCHEN MIT HASSERFÜLLTER LUST ZERSTÖREN WILL.

    Oft musste ich bei seinem Anblick an einen Triebtäter denken, der seine Opfer mit Genuss zerstückelt… Es ist grässlich, pervers und zutiefst verstörend.

    Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum man es nicht glauben kann, selbst wenn man es vor seinen eigenen Augen sieht: Es ist zu ungeheuerlich.

    In ihrer totalen EMPATHIELOSIGKEIT sitzen sie bis zum bitteren Ende am hohen Ross und stellen sich als „weißgewandete Ritter mit Heiligenschein“ und „letzte Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit“ dar.
    Niemals bekommt man auch nur ein Fünkchen Einsicht zur Wiedergutmachung für angetane Schmerzen und Demütigungen, oder wenn, dann nur zum Schein und nur vor Außenstehenden sowie gesellschaftlichen Instanzen, um diese zu täuschen.
    Sie optimieren sich in jeder Situation auf Kosten anderer.
    Sie verdrehen alle Tatsachen, kehren immer den Spieß um, damit sie selbst im Recht bleiben.

    Reagiert man auf ihre Handlungen, wird man sofort als psychisch labiler Aggressor dargestellt, während der wahre Täter sich zum unschuldigen Opfer macht, der von einem unter dem Einfluss von Drogen, Medikamenten oder anrüchigen Sekten stehenden Monster tyrannisiert wird.

    Narzissten sind psychische und physische Mörder, Lustmörder.

    Ich habe den Fehler begangen, den Täter wegen seiner harten Kindheit zu bedauern. Ich habe ihn missioniert und auf seine Einsicht gehofft. Er hat mich an diesen Fäden gezogen und manipuliert, und ich habe meine ganze Energie und noch viel mehr an ihn verschwendet.

    Darum: BEOBACHTEN!
    Empathielosigkeit und Desinteresse an den Bedürfnissen anderer sind gefährliche Anzeichen!!!

    Es kann sehr wohl sein, dass der Narzisst einen bedauert. Er tut dies aber nur, wenn einem jemand anderer ein Unrecht zugefügt hat.
    Wünscht man sich jedoch eine Änderung seines Verhaltens, fühlt er sich sofort angegriffen und schlägt brutal zurück. Er sei ja fehlerfrei und handle immer angemessen.

    Uneinsichtigkeit ist ein weiteres Warnsignal genau wie Überempfindlichkeit bei jeder Bitte um Modifikation seines Verhaltens.

    Ein Narzisst verdient kein Mitleid, egal, was ihm angeblich zugestoßen ist. Er lügt, um besser dazustehen.

    Menschen sind für ihn Dinge: Er zerpflückt sie, wie ein anderer die Blätter einer Rose zerzupft, nur eiskalt, vorsätzlich und mit Genuss. Ist er sich einer Person sicher, stellt er sie auf seine Inventarliste unter Besitztümer, nur dass es einem schlechter ergeht als jenem Haustier.
    Mit der Galanterie ist es jedenfalls vorbei, man ist nur mehr Mittel zum Zweck.

    Jeder Mensch hat einen freien Willen.
    Selbst wenn jemand den Impetus zu negativen Handlungen verspürt, kann er dies hinterfragen, kann sie unterlassen und sich therapeutische Hilfe suchen.

    Darum möchte ich mit einem Filmtitel schließen: Narzissten sind Leute, „Denen man nicht vergibt“, denn sie verletzen mit Absicht und mit Freude. Sie sind grausame Mörder.

    Anna

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